Wehnemann wird Bürgermeister!

soundcloud-681x1024 (1)Geht es um zwielichtige, undemokratische Verfahren, so sieht sich die Partei Die PARTEI ihrem Selbstverständnis nach dazu berufen, mit den Schmuddelkindern der etablierten Politik mitzumischen. So auch bei der Wahl für Amtes des Bürgermeisters der Stadt Frankfurt.

Dieses Amt muss – so sieht es die Hessische Gemeindeordnung (HGO) vor – öffentlich ausgeschrieben werden, sodass jede Bürgerin und jeder Bürger eine Chance hat, den Job des sogenannten Ersten Beigeordneten antreten zu können. Es ist aber ein offenes Geheimnis: In den Hinterzimmern der Parteien wurde der Posten bei schlechtem Riesling und halbtrockenem Rotkäppchensekt schon längst vergeben.

Deshalb schickt der Frankfurter Kreisverband von Die PARTEI ihre beste Stute, den Stadtverordneten Nico Wehnemann, in das Galopprennen um das Bürgermeister-Amt, um damit die Demokratie in den Prozess um „gewählte“ Beigeordnete und Stadträte zurückzuholen. Die zuvor schon ausgemauschelte Wahl des bereits im Vorfeld kolportierten CDU-Manns Becker soll mit der Gegenkandidatur legitimiert werden.

Wehnemann gibt sich derweil optimistisch: „Ich rechne mir hohe Chancen aus,“ so der Wahl-Frankfurter. „Ich bin jung, gut, sehe besser als Vorgänger Olaf Cunitz aus und höre auch bessere Musik. Darum hat Frankfurt das Beste verdient, was die Frankfurter PARTEIenlandschaft heute bietet: Mich.“

Hinter den Kulissen rumort es schon heute, wie Wehnemann weiter ausführt: „Dass Meine Wahl alternativlos ist, haben Teile von CDU und SPD bereits erkannt, und mir deshalb ihre Unterstützung für die kommende Stadtverordnetenversammlung signalisiert.“

Mit diesem Text wird Wehnemann zum Bürgermeister ernannt:

Bewerbung auf das Amt des hauptamtlichen Ersten Beigeordneten/Bürgermeister

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit bewerbe ich mich, Bezug nehmend auf die öffentliche Ausschreibung der Stadt Frankfurt im Amtsblatt Nr. 25 vom 21. Juni 2016, auf das Amt des Bürgermeisters der Stadt Frankfurt.

Zur Begründung meiner Bewerbung:

Seit ich im Jahr 2009 meinen Wohnsitz nach Frankfurt verlegte, beobachte ich die Frankfurter Lokalpolitik mit großer Aufmerksamkeit. Doch als im Jahr 2012 das Amt des Ersten Beigeordneten mit Herrn Olaf Cunitz besetzt wurde, lieferten mir die Volksvertreter dieser Stadt den entscheidenden Grund zum Entschluss, wonach ich eines Tages selbst dieses Amt in die Hände nehmen und die Geschicke der Stadt lenken werde.

Im Vergleich zu Herrn Cunitz qualifiziert mich vor allem mein vorzügliches Äußeres: Herrn Cunitz sieht man seine nun schon rund siebzehn-jährige Mitgliedschaft in der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ stark an – mäßige Rasur und augenscheinliche Angst vor dem Friseur (Keirophobie). Absurder Weise steht dieses abgeranzte Erscheinungsbild völlig konträr zum traditionellen Erscheinungsbild des Großteils der kaltherzigen Frankfurter Bevölkerung in maßgeschneidertem Designerzwirn, Breitling-Chronograph und Gucci-(Männer-)Handtasche. Dennoch hat dies die Stadtverordneten der Stadt Frankfurt nicht daran gehindert, Cunitz einzustellen.

Ich hingegen habe das Mantra des ehemaligen rheinland-pfälzischen SPD-Ministerpräsidenten Kurt Beck, „Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job!“, zu meiner persönlichen Maxime erhoben (vgl. Bild oben). Dies hat mich in kürzester Zeit in den Rang eines Stadtverordneten und zum hessischen Generalsekretär der nach Mitgliedern sechstgrößten Partei Deutschlands, der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI), aufsteigen lassen.

Deshalb bin ich besonders für die repräsentativen Aufgaben (wie Babys küssen, Rentnerinnen und sog. GILFS über die Straße helfen, sowie Reden bei den Jubiläen der Frankfurter Geflügelzuchtvereine) des Bürgermeister-Amtes geeignet.

Meine Kandidatur steht jedoch auch für Kontinuität in den Dezernaten der Verwaltung der Stadt Frankfurt: Die von Herrn Cunitz eingeführte und vorbildlich vorgelebte Faulenquote werde ich selbstverständlich beibehalten.

Deshalb würde es mich sehr freuen, wenn Sie sich in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 14. Juli 2016 meine Bewerbung unterstützen und würde mich freuen Sie*, im Falle meiner Wahl (und nur dann!), zum Umtrunk in den Räumlichkeiten der DIE FRAKTION-Fraktion im Römer (Zimmer 115) begrüßen zu dürfen. Es gibt Berliner Luft (Ost-Produkt) und Frankfurter Schnee.

Mit freundlichen Grüßen

Nico Wehnemann

(*Ausgenommen sind die Abgeordneten der AfD, BFF und ÖkoLinX-ARL)

 

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