E-Mail von OB Feldmann

Seit Stunden geistert durch die Zeitungen dieser Stadt ein Interview von Peter Feldmann, dass er einfach selbst gegeben hat. Uns wurde die original E-Mail, die der OB an alle Mitarbeitenden der Stadt gesendet hat, zugespielt und stellen Sie nun der Öffentlichkeit zur Verfügung. Für uns hat Peter alle Fragen beantwortet und bieten ihm hiermit den Übertritt in Die PARTEI an. Peter, bitte ruf einfach mal kurz an. 

Und nun die Mail im Detail:

Von: Feldmann, Peter <peter.feldmann@stadt-frankfurt.de>
Gesendet: Mittwoch, Juni 22, 2022 
An: Alle MitarbeiterInnen der Stadt Frankfurt am Main <alle_meine_untergebenen@stadt-frankfurt.de>
Betreff: Sie haben ein Recht auf Antworten

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die vergangenen Wochen waren für Sie sicher nicht einfach. Ich weiß, dass viele von Ihnen auch im privaten Umfeld auf die Debatte über meine Person angesprochen werden. Das kann sehr belasten. Vielleicht verspüren Sie auch einen Loyalitätskonflikt.

Um es deutlich zu sagen: So sehr ich mich über Unterstützung freue, so sehr respektiere ich Ihr Recht, sich zu den in Frage stehenden Vorgängen eine eigene Meinung zu bilden.

Ihre Loyalität gilt der Stadt Frankfurt und die beweisen Sie durch den enormen Einsatz, mit dem Sie sich tagtäglich in Ihre Arbeitsbereiche einbringen. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar – und zwar unabhängig davon, wie Sie zu mir als Person stehen.

Dennoch weiß ich, dass Sie Fragen haben. In Briefen, E-Mails und persönlichen Gesprächen haben viele von Ihnen zu Recht eingefordert, dass ich Ihnen gegenüber zu den Vorwürfen Stellung nehme. Dem komme ich gerne nach und beantworte hier die Fragen, die ich mir zwar nicht live von der Presse stellen lasse, aber die ich mit selber überlegt habe.

Warum treten Sie nicht einfach zurück?
Mir steht die Amtskette einfach zu gut, außerdem wurde sie eigens für mich angepasst, damit sie zu meinem Lächeln passt. Sie werden sicher verstehen, dass es einiges kosten würde, müsste die auf Uwe Becker angepasst werden.

Aber Ihre ehemalige Frau hätte doch diesen Job bei der Arbeiterwohlfahrt ohne Sie nie ergattert, oder?
Da unterschätzen Sie meine ehemalige Frau. Sie brachte alles mit, was man für die Leitung einer deutsch-türkischen Kita braucht: eine Ausbildung, ein einschlägiges Studium, gute Kontakte in die türkische Community – und, ganz wichtig, Ehrgeiz und Engagement. Sie hat das geschafft, was man Aufstieg durch Bildung nennt. Darauf ist sie zurecht stolz.

Wenn doch alles mit rechten Dingen zuging – wieso haben Sie dann Geld an die Arbeiterwohlfahrt zurückgezahlt?
Ehrlich gesagt, hätte meine Ex-Frau den Job ohne mich nie bekommen. Die öffentliche Kritik und der Druck waren dann so groß, dass ich einfach die Rückzahlung veranlasst habe, um das aus der Welt zu schaffen. Außerdem mach ich das steuerlich geltend – es kostet mich fast nix.

Was ist dran an dem Vorwurf, dass die Arbeiterwohlfahrt für Ihren Wahlkampf Spenden gegen Gegenleistung gesammelt hat?
Da ist nichts dran. Jedenfalls ist da nix dran, bis das nachgewiesen wird. Es wäre ja verrückt, wenn die AWO nur mich unterstützt hätte. Übrigens: haben Sie mal gefragt von wem Herr Wehnemann von Die PARTEI die ganzen Unterstützungsgelder herbekommen hat? Laut ihm waren das Einnahmen aus Pfandautomaten. Ich glaube ihm aber kein Wort! Da steht sicher eine ganze Brauerei dahinter. Aber auch das sind haltlose Unterstellungen. 

Machen Sie es sich da nicht ein wenig einfach?
Ja.

Stimmt es, dass Sie selbst einmal für die AWO gearbeitet haben?
Das ist richtig. Wer von den Sozen denn aber bitte nicht?

Warum haben Sie der Eintracht auf der Feier den Pokal geklaut?
Geklaut? Ich habe überprüft, ob der Pokal echt ist und wie er mit steht. Außerdem habe ich als Oberbürgermeister ein Anrecht darauf. Ich freue mich schon auf den nächsten Pokal, den ich dafür bekomme, dass ich Mario Gómez nach Frankfurt geholt habe.

Kennen Sie die Namen der Eintracht-Spieler wirklich nicht auswendig?
Spielt das eine Rolle? Natürlich kenne ich die Namen, viel wichtiger ist doch: Alle kennen jetzt meinen. Petra Feldmann! Alle kennen mich. Find ich einfach wichtiger.

Schämen Sie sich denn überhaupt nicht für Ihren Spruch im Flugzeug?
Doch, das tue ich. Aber es passt in das Bild, welches ich seit Jahren abgebe.

Warum gehen Sie nach wie vor zu einzelnen öffentlichen Veranstaltungen und zu Gremiensitzungen? Sie wollten sich doch zurückhalten?
Ich gehe selten zu Gremien und wenn, dann nehme ich mir Unterlagen mit, die ich dort stempeln kann. Ich liebe es Dinge zu stempeln und zu tackern. Das ist mein Ding.­

*Micdrop*

Die Antworten zu Ihren Fragen dokumentiere ich auch auf der Website der Stadt Frankfurt, dort wo ich seit einiger Zeit auch Aufschluss über meine Einkünfte und Termine gebe. Die Seite wird laufend aktualisiert: https://frankfurt.de/service-und-rathaus/stadtpolitik/oberbuergermeister/transparentes-stadtoberhaupt

Mit besten Grüßen

Peter Feldmann
Lebemann

 

Veröffentlicht unter Allgemein

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