BFF – Warum die „Bürger für Frankfurt“ nicht bürgerlich sind

Für die Kommunalwahl in Frankfurt treten erneut die „Bürger für Frankfurt“ an. Hinter der bürgerlichen Fassade der BFF versteckt sich aber ein Geflecht aus REP-/NPD-Kadern, Ideologen von PI-News, AfD-Machos bis in evangelikal-fundamentalistische Kreise. Eine Recherche.

Spitzenkandidat ist Mathias Mund, der Patrick Schenk als Vorsitzenden folgte (zu diesem gleich mehr). Er steht jener Gruppe vor, die sich aus dem Verein „Bürger für Frankfurt“ rekrutiert und beansprucht, unideologisch (da keine Partei) zu sei. Das Gegenteil ist der Fall.

Die BFF verbreitet Verschwörungstheorien. Ihr ehemaliger Abgeordneter Wolfgang Hübner stellte die offizielle Frage: „Warum werden Chemtrails im Rahmen des Geo-Engineerings über Frankfurt am Main versprüht, und welche Substanzen werden dabei verwendet?“

Der ehemalige BFF-Vorsitzende Patrick Schenk wanderte in den vergangenen Jahren von der vermeintlich christlich-konservativen Mitte (CDU) über die BFF in das rechtsextreme Parteienspektrum ab, tritt am 14.3. als Frankfurter Spitzenkandidat der AfD an.
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurter-afd-macht-schenk-zum-spitzenkandidaten-16973052.html

Auf der Liste der BFF kandidiert Hans Joachim Mendig, ehemaliger Geschäftsführer der Hess. Filmförderung, der seinen Posten verlor, nachdem er auf dem Instagram-Profil von AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen beim „angeregten und konstruktiven politischen Gedankenaustausch“ zu sehen war.

Mit Meuthen und Mendig auf dem Foto ist der wegen falscher Aussage verurteilte PR-Berater Moritz Hunziger, erklärter BFF-Freund. Hunziger bezeichnet Geflüchtete auf Facebook als „Wilde“ und fällt durch misogyne Beleidigungen in der BILD auf.

Kandidat Carl-Philipp zu Solms-Wildenfels ist bekannt durch seinen Rechtsstreit mit der Stadt Frankfurt als Vize-Präsident des Renn-Klubs, den er verlor. Solms-Wildenfels wurde in der Folge mit den Stimmen der AfD zum ehrenamtlichen Stadtrat gewählt.

Im Ortsbeirat 7 tritt Rosemarie Lämmer für die BFF an. Lämmer war 2007 bis 2013 Kreisvorsitzende der REPUBLIKANER, von 2015 bis 2018 stellvertretende Kreisvorsitzende der rechtsextremen REPUBLIKANER.

Zurück zu Wolfgang Hübner. Der ehemalige BFF-Fraktionsvorsitzende ist Stadtverordneter (a.D.) und in Kreisen um Björn Höcke organisiert (Herkules-Kreis). Hübner verbreitet seine Hetze über die Kanäle des vom Verfassungsschutz unter Beobachtung stehenden Portals „PI-News“.

Jener Hübner ist es auch, der die Rekonstruktion des deutschen Nationalstolzes durch die Rekonstruktion von Fassaden aus der Kaiserzeit forciert, wie die FAZ recherchierte. Quelle: FAZ – „Die gefeierte neue Frankfurter Altstadt geht auf die Initiative eines Rechtsradikalen zurück. Das ist kein Zufall.“
 
Die ideologisch wie personell BFF-nahe „Aktionsgemeinschaft Schauspiel“, die sich in Frankfurt für Rekonstruktionen einsetzt, stand erst im Dezember 2020 durch einen Angriff auf einen Museumsdirektor in der Öffentlichkeit. Auch hier hatte die BFF ihre Finger im Spiel. In Anwesenheit von BFF-Ortsbeirat Hans-Georg Oeter griff dabei Aktionsgemeinschafts-Vorstand Matthias Müntze den Direktor des Deutschen Architektur-Museums Peter Cachola Schmal an. Mehrere Medien berichteten.
Zurück zu Mathias Mund: Seine Frau Heidi Mund ist evangelikale Fundamentalistin und versuchte 2015 PEGIDA in Frankfurt zu etablieren. Neben ihrem Mann gern gesehener Gast auf diesen Kundgebungen: Stefan Jagsch, damals Vorsitzender der hessischen NPD. Quelle: Jungle World – „Nazis unterm Davidstern“
 
Im Ortsbeirat 6 plakatiert die BFF mit Frank-Michael Homa (in der Mitte) ein ehemaliges Mitglied der Republikaner, aufgrund dieser Parteimitgliedschaft konnte er nicht zur AFD wechseln, darum macht er jetzt auf „bürgerlich“ bei der BFF.
Veröffentlicht unter Allgemein

One comment on “BFF – Warum die „Bürger für Frankfurt“ nicht bürgerlich sind
  1. Karl Heinz Hess sagt:

    Grossartige Satire!

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