No mohr rassism!

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Frankfurterinnen und Frankfurter,
 
als Ihr künftiger Oberbürgermeister und geliebtes Stadtoberhaupt musste auch ich in den letzten Tagen mit stetig wachsender Sorge die doch teilweise sehr unsachlich geführte Diskussion um die Umbenennung der sogenannten „Mohren“-Apotheken mitverfolgen.
Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich, Ihr Sie liebender Oberbürgermeister, in die öffentliche Debatte einschalten muss.
Als jahrelang ausgewiesener Fachmann für APO und Theken liegt es selbstverständlich an mir, die nötige Sachlichkeit in den Streit um die „Mohren“-Apotheken zu bringen. 
 

Seit Tagen steht mein Briefkasten nicht mehr still. Ständig beschweren sich besorgte Gutmenschen bei mir über eine Kampagne zur Umbenennung der „Mohren Apotheke“ in eine weniger rassistische Firmenbezeichnung. Ein Herr Rheinhardt meinte „Im Übrigen ist die Bedeutung von „Mohr“ als dunkelhäutigem Menschen bereits im 17. Jahrhundert durch die Bezeichnung „Neger“ abgelöst worden“. Er kritisiert damit sicherlich, dass die „Mohren Apotheke“ auch einen entsprechenden Namenswechsel, bereits im 17. Jahrhundert hätte durchführen sollen.

Wieder andere argumentieren mit „Tradition“ und diese Apotheke würde schon lange so heißen. Vergleichen wir mal andere Deutsche Traditionen, neben der Tradition auf andere herabzusehen wie man das mit dem Wort „Mohr“ gerne tut, so haben die Deutschen ja quasi den Völkermord erfunden. Wer sich hier an die „goldenen“ Zeiten der Deutschen Kolonialzeit erinnert wird sicher auch gern an den Völkermord an den Herero und Nama erinnern. 

Offensichtlich gibt es in unserer schönen, internationalen Stadt auch einen ganz schön großen Kreis von nationalistischen Volker Klein WählerInnen die einfach nicht begreifen um was es geht. 
Selbst Sarotti hat vor 14 Jahren erkannt, dass die Bezeichnung Mohr nicht mehr zeitgemäß ist. Wenn schon ein Konzern wie Stollwerck – dem Erfinder der Kolonialschokolade – die Zeichen der Zeit vor fast eineinhalb Dekaden erkannt hat, sollte eine Stadt wie Frankfurt sich der Gegenwart nicht länger verschließen.
 
Aber genug der Belehrungen. Kaufen Sie sich einfach mal ein Buch oder schauen Sie sich die NS-Dokus auf N24 an, oder wie der Sender gerade heisst. Traditionen ändern sich nämlich zum Glück von Zeit zu Zeit. 
 
Natürlich habe ich einen simplen, wie alle Seiten der Diskussion vereinenden Lösungsvorschlag zur Beendigung dieses uns alle spaltenden Streits. Schlicht, jedoch nicht minder genial (wie meine Wenigkeit), können durch den Einsatz eines schwarzen „Edding 800“ die „Mohren“-Apotheken im Handumdrehen in „Möhren“-Apotheken umbenannt werden. Die Möhre eint seit Jahrhunderten unsere Gesellschaft als kein anderes Wurzelgemüse und birgt weniger Konfliktpotential wie beispielsweise die Schwarzwurzel.
 
Und so sei mir zum Ende eine Frage erlaubt: Wer auf eine echte Medizintradition vertrauen möchte, der kauft seine Medikamente doch nicht in einer Globuli-Hippie-Apotheke, die sich auf ominöse mauretanische Globulie-Klabautereien beruft. Wieso nicht endlich einmal wieder guten Gewissens auf die alt bewährten pharmazeutischen Erzeugnisse von Bayer, BASF und IG Farben zurückgreifen?
 
Im Übrigen:
Zu Rassismus  und Namensänderungen fragen Sie Ihren Neurologen. Und nicht Ihren Apotheker!
Veröffentlicht unter Allgemein

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